15.10.2018. Australiens abgelegene Orte

Marree, Lyndhurst, Copley, Leigh Creek usw. alles sind kleine Orte im Outback, welche vom Old Gahn Zug durchfahren wurden.

Im Jahre 1879 begann der Bau der 2900Km langen Eisenbahnlinie, für die Transporte des Materials wurden damals Kamele genutzt, geführt von Afghanen denen der Zug den Namen Gahn verdankt.
Damals führte die Bahnlinie von Alice Springs nach Port Augusta, welche der alten Telegraphenleitung folgte.
Die letzte Schmalspurstrecke wurde im Jahr 1980 beendet und zu einer Breitspur Eisenbahn umgebaut, welche heute zu einer der längsten Strecken weltweit gehört.
Die oben erwähnten Orte werden dabei nicht mehr angefahren.

Als wir am Vortag durch Marree gefahren sind, wirkte der Ort wie ausgestorben und auch in Lyndhurst haben wir bis auf ein paar Truckies kaum jemanden gesehen.
Abgelegen irgendwo in der staubigen Wüste leben aber tatsächlich Menschen, meistens nur max. 30 Einwohner pro Ort.

Meistens sieht man ein Hotel pro Ort, aber heutzutage auch Caravan Parks für den Tourismus, den der Old Ghan Track wurde zu einem Kulturerbe Australiens.
Man kann sich kaum vorstellen wie es damals ausgesehen hat, staubige Strassen auch heute ist noch nicht alles geteert, stampfende Kamele geführt von den Afghanen, der Zug der nur einmal in der Woche vorbeigefahren ist, es ist unglaublich.

Als wir am Morgen das ausgestorbene Lyndhurst verlassen und nach Copley fahren, treffen wir auf wenige Häuser, eine Auto Garage, ein paar Leute mit Minenfahrzeugen und ein Hotel, sowie generelle Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende.
Alte verrostete Pick Up’s stehen herum, kaputte Häuser erzählen von einer anderen Zeit und dazwischen aber auch Bäckereien und Cafés.

Wir fragen uns wie man an diesen Orten leben kann, abseits der Zivilisation in der trockenen Wüste, wo einem tausende von Fliegen jeden Tag das Leben schwer machen, ein heisser und staubiger Wind weht und es so gut wie gar nie regnet.
Copley zum Beispiel liegt 540Km von Adelaide entfernt, immerhin aber nahe an Leigh Creek einem weiteren kleinen Ort im Outback und etwa 265Km von Port Augusta entfernt.
Die Orte werden von einem Staudamm mit Wasser versorgt, den wir unterwegs besichtigen.

Auch Rinderfarmen gibt es hier draussen, wir fahren über viele Grids und sehen Zäune, aber auch Tiere, die es jeden Tag mit der Unbarmherzigkeit der Wüste aufnehmen.

Nachdem wir all diese einsamen Dörfer besucht haben, fahren wir weiter Richtung Südosten wo wir einen Nationalpark besichtigen und dort solch einen schönen Platz finden das wir spontan beschliessen, da zu bleiben bis zum nächsten Tag.

Wir richten uns im Schatten ein, streiten uns wie immer mit den Buschfliegen, machen am Abend ein Lagerfeuer und grillieren Steaks.
Abgerundet mit einem Glas Wein verbringen wir einen schönen Abend unter dem klaren Sternenhimmel und gehen dann zu Bett.

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