14.07.2017. Bandar Abass

Die Nacht war warm und es dauerte lange, bis es endlich etwas abkühlte, doch die uneingeschränkte Sicht in den Sternenhimmel, machte jede einzelne Minute wett.

Die Milchstrasse zog sich genau über unserem Fahrzeug durch den Himmel

und als ich nachts mal rausmusste, war der Anblick schlicht und einfach unglaublich!

Als der Morgen schliesslich anbrach, standen wir sehr früh auf um die angenehm kühle Luft zu geniessen.

Wir fuhren bald los und die Wüste lag still vor uns. Die Berge sahen unglaublich schön aus im sanften und silbernen Morgenlicht.

Die Strasse zog sich endlos durch die Wüste und bald wurde es wieder richtig heiss.

Um zehn Uhr morgens hatten wir schon fast an die vierzig Grad und nicht einmal der starke Kaffee, konnte uns munter machen. In einem kleinen Supermarkt hielten wir an und kauften noch ein paar Snacks, da wir einen weiten Weg vor uns hatten.

Je näher wir dem Persischen Golf kamen, desto brutaler wurde das Klima. Es war so heiss und die Luftfeuchtigkeit stieg und stieg. Uns lief der Schweiss in Strömen über das Gesicht und unsere Augen brannten vom Salz.

An einer Tankstelle hielten wir an um zu tanken, jedoch war kein einziger Lastwagen in Sicht, von dessen Fahrer wir uns die Dieselkarte leihen könnten.

Spontan wurden wir vom Tankwart und seinen Mitarbeiter eingeladen, uns zu ihnen zu gesellen und mit ihnen zusammen zu Mittag zu essen. Es gab Reis mit Poulet, was ausgezeichnet schmeckte und dazu Pepsi und Wasser. Wir unterhielten uns mit Händen und Füssen und zeigten ihnen Fotos von zu Hause. Auch sie zeigten uns Bilder und Videos von ihrer Familie, sowie traditionellen Tänzen und ihrer Kultur. Es war sehr interessant.

Als dann endlich jemand mit einer Dieselkarte kam, wollte der uns nicht mehr als zehn Liter Diesel tanken lassen. Für diese zehn Liter mussten wir aber nicht bezahlen weil die Jungs von der Tankstelle uns als Freunde quasi ein Geschenk machen wollten.

Wie immer sind die Iraner einfach gastfreundlich, hilfsbereit und grosszügig.

Wir verabschiedeten uns von ihnen und setzten unseren Weg in Richtung Bandar Abass fort, wo wir bei einer anderen Tankstelle, unser Fahrzeug volltanken konnten.

Das Wetter gab uns fast den Rest als wir nach acht Stunden endlich kurz vor Bandar Abass waren und durch die riesige Industrie und Abfertigung fuhren, wo haufenweise Kohle, Erz und andere Rohstoffe lagen, sowie eine grosse Raffinerie, deren Gasflamme man schon von Weitem sehen konnte.

Da Tobi sich schon den ganzen Tag nicht sehr gut gefühlt hatte, hielten wir es für das Beste, in ein günstiges Hotel zu gehen damit er sich ausruhen konnte.

Wir fragten uns durch und fanden ein kleines günstiges Hotel, welches umgerechnet dreiundzwanzig Franken pro Nacht kostete. Zwar keine eigene Toilette und Dusche, aber wenigstens ein Bett und Airconditioner.

Die Angestellten waren so von uns begeistert, dass wir gleich noch zu Tee und Keksen eingeladen wurden und wir ihnen Bilder von unserer Heimat zeigten, weil sie Heidi besonders cool fanden.

Endlich auf dem Zimmer, waren wir dann froh dass wir uns zurückziehen, und in aller Ruhe Blog schreiben und Bilder sortieren konnten.

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