30.05.2017. Chaldik

Die letzte Nacht war unruhig und etwas mühsam, trotz unseres schönen Platzes, direkt am Meer. Wir gingen ca. um neun Uhr ins Bett, öffneten den vorderen Teil unseres Klappdachzelts und genossen den direkten Blick aufs Meer. Irgendwann schliefen wir dann ein und um ca. elf Uhr, wachte ich aufgrund von lauter Musik auf. Derjenige hörte sich ca. fünfmal nacheinander dasselbe Lied an und das so laut, dass die ganze Stadt es hörte. Auch mit Ohrstöpseln, war an Schlaf, nicht zu denken. Um halb zwei Uhr morgens reichte es mir. Ich schwang die Beine aus dem Bett und machte mich auf die Suche nach dem Verursacher, dieses Lärms. Was ich vorfand, konnte ich anfangs selbst kaum glauben. Da sass ein Mann draussen auf einem Stuhl, vor ihm auf dem Tisch ein kleines Mischpult und neben ihm eine riesige Lautsprecherbox, die er so laut aufgedreht hatte, dass es mir fast das Trommelfell zerriss. Ich fuchtelte vor ihm herum damit er mich bemerkte und hätte mich beinahe angegriffen, weil er sich so erschrocken hatte. Kein Wunder, bei dem Lärm hätte ich auch niemanden kommen gehört.

Freundlich bat ich ihn darum, die Musik etwas leiser zu drehen, da es unmöglich sei, bei diesem Krach zu Schlafen.

Am Anfang redete er in wirrem Griechisch auf mich ein bis er dann plötzlich auf Englisch anfing, weil er irgendwann merkte, dass ich absolut kein Wort von dem verstand, was er da faselte. Ich bedanke mich höflich bei ihm und ging zurück zum Auto. Anfangs blieb die Musik noch laut aber um ca. halb drei Uhr hatte auch er kein Bock mehr und ging vermutlich ins Bett. Dann konnten auch wir endlich einschlafen.

Doch die Nacht war kurz und um sieben Uhr war es schon zu heiss im Auto, um noch weiterschlafen zu können.

Wir standen auf und machten uns nach der üblichen Morgenroutine auf den Weg nach Chaldik. Unterwegs fuhren wir durch abwechslungsreiches griechisches Hinterland. Vorbei an kleinen Wäldern, über diverse Bergstrassen, quer durch dichtbesiedelte Dörfer. Dabei hielten wir in der Stadt von Chaldik an, welches eine Halbinsel ist. Wir suchten uns einen Parkplatz, wo wir für den ganzen Tag ungefähr drei Euro bezahlten und gingen in ein tolles Café, wo wir das Wifi nutzen konnten, um uns wieder einmal bei unseren Familien zu melden. Schliesslich fehlen sie uns trotz der Reise, sehr.

Danach spazierten wir an der Hafenpromenade entlang und genossen das heisse Wetter.

Wir verliessen das Städtchen am späteren Nachmittag wieder und fuhren hoch in die Berge, um uns einen Schlafplatz zu suchen.

Zuoberst auf dem einen Berg fanden wir dann ein schönes Fleckchen, welches uns eine traumhafte Aussicht auf das Meer und die umliegenden Städte bot.

Während ich zu Abend kochte, marinierte Tobi unsere gekauften Oliven mit Knoblauch und Provencekräutern.

Zum Essen kochte ich Pouletgeschnetzeltes mit Cherrytomaten, Champignons und ein wenig Rahm und Kräutern und Sojateigwaren. Ein neues Rezept, dass ich mal ausprobieren wollte. Denn trotz dem Reisen und den eingeschränkten Kochmöglichkeiten ist es uns wichtig, dass wir gut essen können. Manchmal dauert das halt ein wenig länger und der Wind kann einen dabei wirklich sauer machen, wenn die Gasflammen fast ausgehen und das Wasser einfach nicht zu kochen anfängt, trotzdem ist das Ergebnis am Ende meistens sehr gut und wir sind zufrieden.

Und das ist es, worauf es ja schliesslich ankommt, nicht wahr? 😊

Kommentar verfassen